Kennenlerntage in Regensburg

Alle Jahre wieder Kennenlerntage. Wen oder was lernt man eigentlich kennen? Die Schüler*innen sich untereinander? Die Klasse die Lehrkräfte und umgekehrt? Eine neue Stadt? Arbeitstechniken? Wie „überlebt“ man 2 ½ Tage ohne Eltern und zwei Abende ohne Handy? Das alles - und  für mehr ist noch Platz.

Die 7 a fuhr Ende September zur Kultur-Jugendherberge nach Regensburg. Wie üblich begannen wir mit einem Mittagessen beim Italiener. Regensburg hatte schließlich im Mittelalter wichtige Handelsbeziehungen nach Italien.

Als nächstes folgte in Abstecher in den Dom, zum berühmten lächelnden Engel. Danach ging es per Schiff zur Walhalla. König Ludwig I. wählte den Platz für seine „Ruhmeshalle der Deutschen“ bewusst so, dass er nicht nur einen spektakulären Ausblick aufs Donautal bietet, sondern auch da, wo nie eine römische Befestigung stand. In der Walhalla selber machte es besonderen Spaß, herauszufinden, wen welche Büste darstellt. Dann hieß es zurück zur Jugendherberge und Zimmerbezug. Das schloss auch Bettenbeziehen ein - Neuland für einige... Abends hatten wir eine Führung mit der Stadtmaus: Wir folgten den Spuren der Außenseiter früherer Tage: Hexen, Henker, Prostituierte, Bettler. Unerwartet hatten wir plötzlich auch noch Matheaufgaben: Wie viel Prozent waren denn nun arm in der Stadt?

Am nächsten Tag stand der Besuch im Reichstag auf dem Programm. Wir besichtigten den alten Rathaussaal und den Saal, der für den „Immerwährenden Reichstag“ genutzt wurde. Gruseln konnten wir uns in der Fragstatt: die Folterinstrumente waren original erhalten. Bis zum Beginn des Nachmittagsprogramms konnte die Zeit ausgiebig zum Shoppen genutzt werden. Eine Gruppe ließ sich sogar per Taxi zum gewünschten Geschäft fahren… Zurück in der Jugendherberge fand der beliebte T-Shirt-Druck statt. Teilweise wurden sehr ambitionierte Motive gestaltet, vom Regensburger Dom bis zum Markenlogo.

Das Abendessen fand dann in besonderem Rahmen statt: Essen wie im Mittelalter. Kleine Zugeständnisse an die Moderne, z. B. Zucker, wurden allerdings gemacht. Anderes blieb originalgetreu: Kerzenlicht und die Hände als Besteck! Abgerundet wurde der Abend durch Spiele. Neben Kartenspielen war das Würfeln sehr beliebt. Wie viel riskiere ich? Möglichst nah an 21 ran, aber nicht darüber, sonst ist der Einsatz weg. Gewinner des Abends war u. a. Herr Becker. Einen besonderen Moment gab es um Mitternacht: ein Schüler hatte Geburtstag und die Klassenkameraden und Kameradinnen hatten vorgesorgt: Luftschlangen, Girlanden, Ballons… Klammheimlich wurde das Zimmer dekoriert und das Geburtstagskind pünktlich um Mitternacht zur Gratulation aus dem Schlaf gerissen. Gefeiert wurde aber erst am nächsten Morgen: einmal war der Beglückte müde und zweitens durfte um diese Zeit kein Lärm gemacht werden. Am nächsten Tag hieß es Kofferpacken, Zimmer kehren, und ab Richtung Zug.

Eine Woche später flatterte eine Überraschung ins Haus: Wir hatten die meisten Smileys auf Grund eingehaltener Nachtruhe, sauberer Zimmer und Tische von der Jugendherberge erhalten und bekamen eine Urkunde für die freundlichste Klasse im Besuchszeitraum.
Eine gelungene Fahrt!

 

Karin Wolfert

 

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